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Bewegungen oder Lokalisationen von Gegenständen oder Lebewesen beschreiben

Ein Auto fährt in Kurven einen Berg hinauf.
AUTO Subst-auto-FAHR-den-Berg-in-Kurven-hinauf

Bewebungen oder Lokolisationen von Gegenständen oder Lebewesen beschreibt man in der DGS mittels produktiver Verben, den sogenannten Substitutorverben. Dabei bildet die Hand, und manchmal auch der Unterarm, die Form und Bewegunge des Gegenstands, Lebewesens oder eines Teils von diesem nach. Die Mundgestik imitiert die Bewegung in Tempo, Intensität und Rhythmus, z. B. eignet sich oft „thh“ für langsame und „paff" für schnelle Bewegungen.
Eingeleitet werden die produktiven Gebärden durch eine lexikalische Gebärde.
Substitutorverben haben eine gewisse produktive Komponente. Folgende Aufzählungen sind daher nur als Beispiele zu verstehen.

  • A-Hand für Gegenstände mit rundlicher stumpfer Form: Kopf, Gelenk, Pferdehuf
  • B-Hand für flache Gegenstände oder plane Flächen: zweirädriges Fahrzeug, Tür, Wasserstand, Fuß, Tisch, Regal, Fußboden, Papier, Schuh, Buch, Baum, hohes Gebäude, Schiebetüren, Spiegel, Zeitung, Wand, vierrädriges Fahrzeug
  • 4-Hand für längliche Gegenstände: Textzeilen, Personenschlange, Umzäunungen
  • 5-Hand für viele einzelne Personen oder Gegenstände oder für etwas von sehr breiter Ausdehnung: Wasser, Strand, Insel
  • G-Hand für längliche Gegenstände: Zahnbürste, Person, Rakete, Baum, Pendel, Beine
  • Fingerspitze für Objekte, die im Auge des Betrachters sehr klein sind: Fliege
  • Fingerspitzen für viele kleine Objekte (meist beidhändig ausgeführt): Regentropfen, Sternschnuppen (optisch winzig)
  • 3-Hand für Objekte mit drei länglichen Elementen: Vogelfüße, Froschfüße
  • V-Hand zur Darstellung der Fortbewegung bei Lebewesen mit zwei Beinen (tanzen, schwimmen, laufen) oder für Objekte mit zwei parallelen länglichen Elementen: Stecker
  • gekrümmte V-Hand für Kleintiere: Hase, Schnecke
  • gekrümmte L-Hand: Mauer, Fluss
  • Y-Hand für Objekte, aus denen ein oder zwei längliche Elemente hervorstehen: Flugzeug, Telefon, Schuhabsatz
  • gekrümmte 5-Hand für große kastenförmige Objekte: Hocker, Schrank, Gebäude

Es kann auch eine scheinbare Bewegung abgebildet werden. So kann z.B. ein Flugzeug still stehen und das Vorbeiziehen von Objekte wird beschrieben.

Eine Katze springt auf einen Zaun und balanciert auf ihm entlang.
KATZE ZAUN {Subst-zaun-SICH-BEFIND; Subst-katze-SPRING-auf-zaun Subst-katze-BALANCIER-auf-zaun}

Es gibt auch die Möglichkeit mit beiden Händen jeweils ein Substitutorverb zu gebärden (= Kombinierte Einhandgebärden). In dem Fall darf also auch mal die linke (rechte) Hand aktiv werden. Bei der Glossentranskription werden sie in geschweifte Klammern gesetzt und die Hände mittels Semikolon voneinander getrennt. Die lexikalischen Gebärden zur Einführung, werden dabei nach Bewegung und Größe sortiert, zuerst große bewegliche Objekte, dann kleine bewegliche Objekte, dann große unbewegliche Objekte und zum Schluss kleine unbewegliche Objekte (= Figur-Grund-Prinzip). Die Katze als sich bewegendes Objekt wird daher im Beispiel vor dem unbeweglichen Zaun eingeführt. Dies ist eine Methode, um in der DGS lokale Präpositionen, wie z.B."auf" oder "unter" zu übersetzen.

Witze unter tauben Menschen

  • Kategorie A: Gebärdensprache steht im Mittelpunkt (viel Mimik und produktive Gebärden, oft international verständlich)
  • Kategorie B: Gebärdensprachkultur steht im Mittelpunkt
  • Kategorie C:Witze aus Hörendenkultur angepasst an Gebärdensprachkultur (Rahmenbedingungen sind angepasst an das Leben Tauber bspw. Ort: Schule für taube Kinder, Erzählweise angepasst viel Rollenübernahme)
  • Kategorie D: typische Hörendenwitze
1820: Der taubstumme Taubstummenlehrer Freiherr Hugo von Schütz gründet als 1. und einziger Taubstummer ein Taubstummeninstitut in Hessen
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